Auswirkungen des Online-Handels auf den stationären Handel in Städten und Gemeinden in NRW und Handlungsempfehlungen für den innerstädtischen stationären Einzelhandel“ am Beispiel von Rheydt und Mönchengladbach (mg.retail 2020)

15. July 2015

Das Kooperationsprojekt „Auswirkungen des Online-Handels auf den stationären Handel in Städten und Gemeinden in NRW und Handlungsempfehlungen für den in-nerstädtischen Einzelhandel am Beispiel der Innenstädte Rheydt und Mönchenglad-bach“ der WFMG Wirtschaftsförderung Mönchengladbach und dem eWeb Research Center der Hochschule Niederrhein hat zum Ziel, Maßnahmen zu entwickeln, die den stationären Einzelhandel stärken und gleichzeitig eine Abwanderung der Konsumenten in den Internethandel minimieren. Die Ergebnisse liegen nunmehr vor.

Die Zielsetzung
Die steigenden Umsätze im Online-Handel erschweren oftmals dem stationären Einzelhandel, die innerstädtischen Geschäfte aufrecht zu erhalten. Viele Konsumenten präferieren den Internet-Handel, da Faktoren wie Bequemlichkeit, Unabhängigkeit von Ladenöffnungszeiten und die vielfältige Sortimentsauswahl gegeben sind. Am Beispiel der Pilotstadt Mönchengladbach sollten Handlungsempfehlungen erarbeitet werden, die den Verbänden, der Stadt, dem Land, Immobilieneigentümern sowie den Einzelhändlern dann in Form eines detaillierten Leitfadens (sog. Innenstadt-Guidelines) mit praktischen Lösungsansätzen an die Hand gegeben wird. „Händler- und Konsumentenbefragungen in Mönchengladbach haben ergeben“, so Dr. Ulrich Schückhaus, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Mönchengladbach, „dass vom stationären Handel mehr und mehr erwartet wird und dass es eine Verbindung zu Verkaufskanälen im Internet und über mobile Geräte geben muss. Wir sehen hierin eine riesige Chance für den stationären Einzelhandel und es freut uns besonders, dass Möncheng-ladbach als Pilotstadt hierfür ausgesucht worden ist“.


Die Umsetzung

Die Auswertung der Workshops, Interviews und Befragungen von Händlern wie Kunden zeigt, dass Kunden von ihren Händlern digitale Präsenz erwarten. Die Kanäle, über die Waren künftig verkauft werden, verschwimmen immer mehr zwischen stationär, online und mobil.

 

Auf dieses veränderte Kundenverhalten müssen die mit dem Handel beschäftigten Partner reagieren, will man auch zukünftig noch lebendige Innenstädte haben. Die jetzt vorliegende Studie hat die Empfehlungen für den Einzelhandel in 7 Stufen zusammengefasst. Zu den wesentlichen Punkten zählt neben der grundsätzlichen Sensibilisierung der Händler die digitale Erreichbarkeit. Hierzu bedarf es zunächst der Einführung eines elektronischen Warenwirtschaftssystems, der Anbindung an etablierte Plattformen (z.B. eBay) sowie dem Aufbau eines eigenen Onlineshops mit Verknüpfung zum eigenen Stationärgeschäft. Ferner ist eine Vernetzung von Online- und Offline-Angeboten sinnvoll, beispielsweise durch Click & Collect, durch werbliche Ansprache von Smartphone-Usern oder durch Online-Angebote am POS.  Für Shopping-Center kann eine Bindungsfunktion für alle Händler des Centers sinnvoll sein, z.B. durch zentrale Abholstationen für Click & Collect oder Retourencenter. Auch sind Showrooming- oder Digital Walls interessante Erweiterungen des Angebotes in einem Center. Die zunehmenden Umsätze im Online-Handel haben auch Konsequenzen für die Landespolitik. Beispielsweise sollte das Baurecht modifiziert und die Regelungen der Öffnungszeiten, ins-besondere an verkaufsoffenen Sonntagen, überprüft werden.

Abgeleitet aus den Handlungsempfehlungen hat sich ein weiteres Pilotprojekt heraus kristal-lisiert: Die Empfehlung zum Aufbau eines Marktplatzes "Mönchengladbach bei eBay". Derzeit läuft die Händlerakquise hierzu.

"Online-Einkaufen ist für alle Befragten attraktiver als Einkaufen in der
Innenstadt von Mönchengladbach oder Rheydt. Das ist das unmissverständliche
Ergebnis unserer repräsentativen Konsumenten-Befragung. Spätestens jetzt
sollte die Notwendigkeit eines Umdenkens bei den stationären Händlern
deutlich sein." sagt Prof. Dr. Silvia Zaharia, Geschäftsführerin des eWeb
Research Centers, die die empirische Untersuchung geleitet hat.

Das Projekt mg.retail2020 startete Anfang 2014. Über einen Zeitraum von 18 Monaten analysierten die WFMG Wirtschaftsförderung Mönchengladbach GmbH und das eWeb Research Center der Hochschule Niederrhein in einem gemeinsamen Pilotprojekt die Veränderungen des Verbraucherverhaltens und seine Konsequenzen für den stationären Handel am Beispiel der Innenstädte Mönchengladbach und Rheydt. Bei dem Projekt „Auswirkungen des Online-Handels für Städte und Gemeinden in NRW und Handlungsempfehlungen für den innerstädtischen stationären Einzelhandel“ handelt es sich um ein durch die Mittel des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördertes Projekt.

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